Historie der Freiwilligen  Feuerwehr Holzhau

Das Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Holzhau liegt im Jahr 1940. Sie ist damit  eine recht junge Wehr am oberen Flusslauf der Freiberger Mulde. Aufgrund der 3 Durchführungsverordnungen zum Gesetz des Löschwesens war die Gemeinde angehalten eine Pflichtfeuerwehr ins Leben zu rufen. Diese 22 Gründungskameraden wurden von Willy Weichelt sowie seinem Stellvertreter Otto Schneider geleitet. 1941 wurde vom damaligen Holzfabrikanten Emil Richter eine von Pferden gezogene Motorspritze TS 8 Flader mit Zubehör gestiftet. Am 27. Oktober des selben Jahres wurde ein Zugfahrzeug für die Motorspritze organisiert. Es war ein PKW Wanderer mit 6 Zylindern.    

Der Wanderer war von 1941 bis 1967 im Dienste der Holzhauer Wehr und fand erst am 17.04.1944 einen Unterstand in einer Garage des Holzfabrikanten. Im Februar 1942 wurde der Wehrleiter Willy Weichelt auf eigenen Wunsch seines Amtes entbunden und Paul Fischer übernahm dessen Aufgaben. Dieses Amt begleitete er jedoch nur ein Jahr da er 1943 zum Kriegsdienst einberufen wurde. Das Amt des Wehrleiters übernahm darauf hin Otto Schneider, am 25. März 1943. Mit Kriegsende 1945 hatte die Wehr ihren Tiefststand erreicht und war damals mit 17 Alterskameraden kaum noch einsatzfähig. Deshalb forderte Otto Schneider im selben Jahr einen Neuaufbau der Wehr bei einer Bauernversammlung. Auf Grund seines hohen Alters übergab Schneider ein Jahr später die Wehrleitung an Ewald Richter. Seit dem wuchs die Zahl der Mitglieder bis 1952 kontinuierlich auf 23 Kameraden. Doch kaum hatte sich das Löschwesen etwas erholt, musste auf Entscheidung des Kreises, der Wanderer 1952 bis 1957 an die Wehr Rechenberg abgegeben werden. Wegen der geringen Mobilität wurde eine weitere Motorspritze in Oberholzhau stationiert. Aus gesundheitlichen Gründen trat Ewald Richter 1955 zurück und Johannes Schmidt wurde am 20.10.1955 zum Wehrleiter ernannt. Am 14. Mai 1957 kam der Wanderer aus Rechenberg zurück da diese sich zwischenzeitlich ein eigenes Feuerwehrfahrzeug aufgebaut haben. Seit 1944 war die Motorspritze der Holzhauer Wehr in der Garage der Holzfabrik Richter untergebracht. Daher wurden die Rufe nach einem Gerätehaus für Fahrzeug und Anhänger immer lauter. Aus diesem Grund wurde etwas später ein Gerätehaus im Wert von 6000 Mark bewilligt jedoch waren die Kameraden nicht einverstanden und forderten das größere für 9000 Mark. Dieser Antrag wurde bewilligt, jedoch musste der Mehraufwand von 3000 Mark in Eigenleistung erbracht werden. 1956 war Baubeginn und am 7. Oktober 1957 war das neue Gerätehaus an der heutigen Bergstraße fertiggestellt worden. Der Mehraufwand sollte sich später noch als positiv für die Kameraden herausstellen.

Dies war vor allem dem damaligen Bürgermeister Kurt Erler und Wehrleiter Schmidt zu verdanken. Durch den Wegzug von Johannes Schmidt 1962 musste ein neuer Wehrleiter gewählt werden. Am 23. März 1962 wurde Manfred Claußnitzer, Vater des heutigen Wehrleiters Hartmut Claußnitzer, zum Wehrleiter sowie Kamerad Gottfried Glöckner zu seinem Stellvertreter gewählt. Beide sollten die Geschicke der Wehr stolze 34 Jahre leiten. Mit der Zeit wurde der Zustand des Wanderer merklich schlechter und Ersatzteile gab es nicht mehr. Nach langen Bemühen konnte man sich  am 23. März 1967 über ein neues Fahrzeug freuen. Es war einen Barkas B 1000 mit Schlauchanhänger im Werte von 40.000 Mark. Dieses Kleinlöschfahrzeug war in den kleineren Ortschaften der damaligen DDR vielmals eingesetzt und als Transportmittel genutzt.    

Mit dem Barkas war man in der Lage sechs Einsatzkräfte zu befördern. Im Heck des Fahrzeuges war eine TS 8 der Firma Jöhstadt sowie Strahlrohre und eine C Haspel verladen. Die Saugschläuche a 2,50 m waren auf dem Dach verstaut. Auf dem mitgeführten Schlauchanhänger waren 180 m B-Schlauch aufgerollt. Dieser konnte einfach mit der Hand oder dem Fahrzeug gezogen werden um das Schlauchmaterial abzuwickeln. Am 25. April 1967 wurde zusätzlich eine Frauengruppe gegründet. Ein besonderes Datum in der Holzhauer Feuerwehrgeschichte ist der 7. Oktober 1969. Nicht nur das an diesem Tage die DDR ihren 20. Jahrestag feierte, "Nein" an diesem Tage gab die Feuerwehr Holzhau ihren Titel "Pflichtfeuerwehr" ab und war fortan nur noch die "Freiwillige Feuerwehr Holzhau". Am 21. Februar 1976 wurde der Barkas durch ein neues Fahrzeug, ebenfalls Barkas B 1000, auf Anweisung vom Rat des Kreises Brand-Erbisdorf ersetzt. Dieser blieb offiziell bis 1997 im Dienste der Feuerwehr Holzhau. Nach der Wendezeit veränderte sich das Feuerwehrwesen zusehen´s. Die Technische Hilfeleistung bekam neben der Brandbekämpfung immer mehr Bedeutung. Die Holzhauer Wehr erhielt deshalb am 30. November 1992 sein erstes Funkgerät für das Feuerwehrauto um mit der Leitstelle direkt in Verbindung treten zu können. Schon immer wusste man, dass ein guter Nachwuchs für die Feuerwehren wichtig ist. Daher gründete man am 10. November 1993 die erste Jugendfeuerwehr in Holzhau. Drei Jahre später am 29. März 1996 stand ein Generationswechsel in der Wehrleitung an. Hartmut Claußnitzer und sein Stellvertreter Thomas Glöckner wurden in die Führung der Holzhauer Feuerwehr gewählt und lösten Wehrleiter Manfred Claußnitzer und seinen Stellvertreter Gottfried Glöckner ab.

22 Jahre nach Indienststellung des Barkas B 1000 stellte sich immer mehr heraus, dass das Fahrzeug seinen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Daher entschied man sich, ein gebrauchtes LF 8/TS der Firma Magirus Deutz zu beschaffen. Ein damals schon 20 Jahre altes Fahrzeug wurde am 18. April 1997 von Kenzingen (Raum Stuttgart) nach Holzhau überführt. Das Funkgeräte wurde vom B 1000 in den LKW umgebaut und dieser mit der nötigen vorhandenen Ausrüstung ausgestattet. Trotz des fortgeschrittenen alters war der Magirus ein Meilenstein im Feuerwehrwesen des Ortes Holzhau. Der Barkas wurde nun vorrangig als Mannschaftstransportwagen genutzt.    

Allen Verantwortlichen war schon vor der Beschaffung des LKW klar, dass der Magirus zu groß für das damalige Gerätehaus an der Bergstraße ist. Übergangsweise konnte das Fahrzeug in den alten Forstgaragen an der Muldentalstraße untergebracht werden. Da die Garagen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vom Staatsforst genutzt wurden konnte die Gemeinde dieses Objekt erwerben und ab Juni 1999 zum neuen Feuerwehrgerätehaus Holzhau umbauen.

Während der Bauphase des neuen Depot konnte der Schlauchanhänger so umgerüstet werden, dass dieser zukünftig vom LKW gezogen werden kann. Am 21.Oktober 2000 übergab der damalige Bürgermeister Werner Sandig das Gerätehaus seinen Bestimmungen. Zwei große Fahrzeughallen, sanitäre Einrichtungen, Küche sowie zwei Schulungsräume sind eine optimale Grundlage für den Feuerwehrdienst. Der Tag wurde ebenfalls genutzt um das Löschfahrzeug LF 8/TS offiziell in Dienst zu stellen. Nur zwei Jahre nach der Einweihung musste das Gerätehaus seine erste Bewährungsprobe überstehen. Das Augusthochwasser 2002 hielt die Kameraden tagelang in Atem. Dabei boten die großzügigen Garagen Platz zum Sandsäcke füllen und in den Schulungsräumen konnte man sich stärken oder ausruhen. 

Das Augusthochwasser war mit Sicherheit einer der größten Einsätze den die Holzhauer Wehr zu bewältigen hatte. Leider war der Barkas diesen Anforderungen nicht gewachsen und wurde kurze Zeit später außer Dienst gestellt. Im September 2003 wurden von der Bereitschaftspolizei mehrere VW LT 34  den Feuerwehren zur Verfügung gestellt wovon einen die Holzhauer Kameraden bekamen. Das Fahrzeug wurde von der Wehr in Eigenleistung umgespritzt und anschließend von Bürgermeister Werner Sandig an die Holzhauer Feuerwehr als Mannschaftstransportwagen übergeben.

In vielen Gemeinden ist die Feuerwehr ein wichtiger kultureller Bestandteil des Ortes. In Holzhau übernimmt die Feuerwehr neben der Absicherung von verschiedenen Veranstaltungen das alljährliche Osterfeuer. Jeden Ostersonntag lockt es Gäste und Einwohner in  großer Zahl zum Gerätehaus. Das 1. Osterfeuer fand am 13. April 2003 in der Nähe des alten Gerätehaus  an der Bergstraße statt. Heute wird das Feuer am Standort des neuen Depot durchgeführt und ist mittlerweile ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Gemeinde gewurden. 

Wie viele Feuerwehren in der damaligen DDR hatte auch die Holzhauer Wehr einen Schlauchturm. Dieser diente zum trocknen der  Schläuche nach den Einsätzen und Übungen. Die Vielzahl der Masten bestand aus einem einfachen Holzstamm sodass Sie nur eine begrenzte  Lebensdauer hatten.  Aus Sicherheitsgründen musste der Schlauchmast am alten Gerätehaus am 16.Mai 2003 um geschnitten werden. Fünf Jahre später konnte am neuen Standort an der Muldentalstraße ein neuer Schlauchturm aus Stahl errichtet werden. 

Am 03.12.2010 standen Wahlen der Gemeindewehrleitung an, zu denen sich Nico Liebscher aus der Ortswehr Holzhau zum Leiter und Rico Müller aus der Ortswehr Rechenberg-Bienenmühle zum Stellvertreter aufstellen ließen und gewählt wurden. Ihre Aufgabe war es nun, die Geschicke der Gemeindefeuerwehren Rechenberg - Bienenmühle mit den Ortswehren Holzhau, Rechenberg - Bienenmühle und Clausnitz zu leiten. Ihr Hauptaugenmerk lag vorerst darin, die persönliche Schutzausrüstung der Kameraden zu verbessern. Im Anschluss daran sollte in die Ausrüstung, Technik sowie neue Fahrzeuge investiert werden. Nachdem viele Kameraden mit neuer Kleidung und dazugehörigen Helmen ausgestattet wurden, konnte sich die Wehr Holzhau über eine neue Tragkraftspritze der Firma Rosenbauer, am 09.05.2012 freuen. Auch wurden alle Wehren mit neuen Notstromaggregaten und Beleuchtungssätzen ausgestattet. 

Doch nicht nur die Ausrüstung der Kameraden und die Technik mussten im Laufe der Zeit ersatzbeschaft werden auch die Fahrzeuge wiesen von Jahr zu Jahr immer mehr Mängel auf welche sich auf die Sicherheit im Dienst und bei Einsätzen auswirkten. Deshalb wurde im Jahr 2014 der Antrag für ein neues Löschfahrzeug für die Ortswehr Holzhau gestellt und folgend  bewilligt. Am 29. März 2017 konnten die Kameraden ihr neues Fahrzeug der Firma Ziegler aus Mühlau abholen. Das bisherige Löschfahrzeug von Magirus Deutz konnte nach weiteren zwanzig Jahren in Dienst der Feuerwehr Holzhau seinen wohlverdienten Ruhestand antreten. Die offizielle Fahrzeugübergabe fand am 20. Mai 2017 statt. Bürgermeister Michael Funke konnte den symbolischen Fahrzeugschlüssel  an  Wehrleiter Hartmut Claußnitzer übergaben. 

Im April 2019 wurde die Gemeindewehrleitung wieder gewählt. Auf dem Programm für die weiteren fünf Jahre steht die weitere Umrüstung von Einsatzkleidung und Ausrüstung unserer Ortswehren, die Ersatzbeschaffung eines neuen Löschfahrzeuges für die Ortswehr Clausnitz sowie die Gewinnung von Einsatzkräften in allen drei Ortswehren. Mit der Einführung des Digitalfunk und der  Inbetriebnahme der Integrierten Regionalleitstelle Chemnitz wurden weitere Meilensteine im Feuerwehrwesen gesetzt. 

Das war ein Einblick über das Löschwesen des Ortes Holzhau mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, ihren Wehrleitern, Fahrzeugen, Technik, sowie Gerätehäusern bis zum heutigem Tag.  

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09623 Rechenberg - Bienenmühle

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